Bislang bekamen Unterhaltsberechtigte, die Ihre Ansprüche gegen einen im Ausland lebenden Unterhaltspflichtigen durchsetzen wollten, zwar grundsätzlich in Deutschland schnell zu ihrem Anspruch und einem Titel, die praktische Durchsetzung führte aber oft zu größeren Schwierigkeiten. Die Vollstreckung im Ausland gestaltete sich umständlich. Seit 18.06.2011 gilt die EG-Unterhaltsverordnung. Dies bedeutet für Kinder und andere Unterhaltsberechtigte eine deutliche Erleichterung bei der europaweiten Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen. Beispiel: eine deutsche Mutter kann direkt den französischen Gerichtsvollzieher beauftragen, ein deutsches Unterhaltsurteil für ihr Kind und für sich zu vollstrecken und umgekehrt.

Der BGH hat es bestätigt: Das nach früherem Unterhaltsrecht geltende Altersphasenmodell, das bei der Frage der Verlängerung des Betreuungsunterhalts allein oder wesentlich auf das Alter der Kinder abstellt, ist nicht mehr heranzuziehen. Zu prüfen ist vielmehr, ob und in welchem Umfang die Kinderbetreuung auf andere Weise gesichert ist oder in kindgerechten Betreuungseinrichtungen gesichert werden könnte, BGH Urt. v. 30.03.2011 XII ZR 3/09.

Der BGH rechnete seit mehreren Jahren die Einkommensverhältnisse der geschiedenen (meist) Ehefrau mit denen des wiederverheirateten Mannes und dessen neuer Ehefrau zusammen. Danach ermittelte er durch Dreiteilung den Unterhaltsanspruch auf der Basis der derart gewandelten Lebensverhältnisse, meist zum Nachteil der Unterhaltsberechtigten. Dies erklärte das Bundesverfassungsgericht, AZ 1 BvR 918/10, für verfassungswidrig.

Das Familienrecht fordet wechselseitig loyales Verhalten der Eltern auch bei der Umsetzung des Umgangsrechts. Dem Vater/der Mutter obliegt es, auf das Kind erzieherisch so einzuwirken, dass psychische Widerstände des Kindes gegen den Umgang abgebaut werden und das Kind eine positive Einstellung dazu (zurück-)gewinnt. Kontakte zum anderen Elternteil sind sogar zu fördern, um dem Kind mögliche Loyalitätskonflikte zu ersparen, auch in mittelbarer Weise dergestalt, dass sich das Kind nicht scheinbar aus eigenem Entschluss gegen den Umgang wendet. Andererseits besteht die Verpflichtung des Umgangsberechtigten, das Kind weder gegen den sorgeberechtigten Elternteil einzunehmen, noch dessen Erziehungsanstrengungen zu vereiteln, zu beeinträchtigen oder seine Erziehungsautorität in Frage zu stellen. OLG Saarbrücken, Az 6 UF 116/10, Entsch. vom 24.01.2011

Ehen in Deutschland wurden 2009 nach durchschnittlich ca. 14 Jahren (und 4 Monaten) geschieden, Männer waren im Schnitt 44,5, Frauen 41,7 Jahre alt. Jede dritte Ehe geht in die Brüche, bei jeder zweiten Scheidung sind minderjärige Kinder, in absoluten Zahlen 145.700 Kinder, betroffen, den Scheidungsantrag betreiben in der Mehrzahl die Frauen, Quelle: SZ v. 22.01.11/dpa